Bulgari Octo Finissimo BVL 138 Kaliber

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Bulgari Octo Finissimo: BVL 138

Die Bulgari Octo Finissimo steht für eine klare, kantige Formensprache, die sich sofort einprägt. Zwischen präzisen Linien, flachen Proportionen und sorgfältig abgestimmten Oberflächen entsteht eine Uhr, die nicht laut wirkt, aber viel Charakter zeigt.

Im Zentrum dieser Konstruktion arbeitet das Kaliber BVL 138, ein Handaufzugswerk, das auf extreme Schlankheit und saubere Technik ausgelegt ist. Die Gestaltung folgt dabei keiner Show, sondern einer Logik aus Maß, Spannung und Kontrolle – genau das macht den Reiz dieses Antriebs aus.

Wer sich mit der Octo Finissimo und dem BVL 138 beschäftigt, begegnet einem Zusammenspiel aus Architektur am Handgelenk und feinmechanischer Disziplin. Reduktion wird hier nicht als Verzicht verstanden, sondern als Haltung: Jede Fläche, jede Kante und jede Funktion wirkt bewusst gesetzt.

Technische Daten des Kalibers BVL 138: Bauhöhe, Frequenz, Gangreserve, Komponenten

Das Kaliber BVL 138 ist als ultraflaches Handaufzugswerk konstruiert und bleibt bei rund 2,23 mm Bauhöhe. Die Unruh arbeitet mit 21.600 A/h (3 Hz), was eine ruhige, gut regulierbare Taktung ermöglicht. Die Gangreserve liegt bei etwa 60 Stunden und wird über ein flaches Federhaus realisiert, das auf geringe Reibung und stabile Abgabe der Kraft ausgelegt ist.

Zum Aufbau gehören eine feingearbeitete Räderwerksbrücke, ein reduziertes Zeigerstell- und Aufzugssystem sowie ein durchdacht platzierter Unruhbereich, damit trotz der geringen Höhe ausreichend Spiel für Spirale und Stoßsicherung bleibt; Lagersteine, schlanke Zapfen und eine sorgfältige Oberflächenbehandlung der Kontaktflächen senken die Verluste, während die großflächigen Brücken die Struktur steifen und die Montage erleichtern.

Aufbau und Funktion des Mikrorotors im BVL 138: Aufzugslogik, Lagerung, Energieübertragung

Im Kaliber BVL 138 sitzt der Mikrorotor bündig in der Werkebene, damit die Bauhöhe niedrig bleibt und die Automatik dennoch permanent arbeitet. Seine Masse ist exzentrisch verteilt, sodass schon kleine Armbewegungen ein Drehmoment erzeugen; die Aufzugslogik führt diese Rotation über eine Reduktionsstufe zu einem Aufzugstrieb, das den Federhauskern spannt und dabei eine Entkopplung für Rücklauf bereitstellt.

Aufzugslogik und Energiefluss

Der Rotor kann in beide Drehrichtungen genutzt werden: Je nach Richtung greift das Umschaltgetriebe über Klinken- bzw. Sperrelemente auf das Aufzugsrad zu, während die Gegenrichtung frei durchläuft und Reibverluste begrenzt. Von dort gelangt die Energie über Zwischenräder zum Federhaus, wo die Zugfeder Drehmoment speichert; ein Gleitzügel im Federhaus verhindert Überzug bei voller Spannung, damit der Mikrorotor auch bei langer Tragezeit ohne Blockieren weiterlaufen kann. Die Kraftabgabe folgt dann dem klassischen Pfad Federhaus → Räderwerk → Hemmung, wobei die Automatikstufe nur beim Spannen eingreift und den Gang nicht durch zusätzliche Last destabilisiert.

Lagerung des Mikrorotors

Die Lagerung ist als flaches Kugellager mit eng tolerierter Führung ausgeführt, um Spiel zu minimieren und die seitliche Bauhöhe zu kontrollieren; so bleibt der Rotor bei Stößen zentriert und streift nicht an Brücken oder Platine. Ein schlanker Lagerkranz reduziert die Kontaktfläche, während die Schmierung auf geringe Viskosität abgestimmt ist, damit der Rotor auch bei kleinen Amplituden anspricht und die Energieübertragung nicht durch zähen Widerstand ausgebremst wird.

Baugruppe Aufgabe Mechanisches Prinzip Nutzen für den Aufzug
Mikrorotor (exzentrische Masse) Erzeugt Drehmoment aus Bewegung Trägheit, Schwerpunktversatz Ansprache bei kleinen Bewegungen
Kugellager/Lagerkranz Führt und stützt den Rotor Wälzkontakt, geringe Bauhöhe Niedrige Reibung, stabile Zentrierung
Umschaltgetriebe Leitet beide Drehrichtungen auf den Aufzug Klinken/Sperre, Freilauf Gleichmäßiger Aufzug, weniger Verluste
Reduktions- und Aufzugstrieb Passt Drehzahl/Drehmoment an Übersetzung über Zwischenräder Genügend Kraft fürs Federhaus
Federhaus mit Gleitzügel Speichert Energie, schützt vor Überzug Gleitkupplung am Federende Kontinuierlicher Automatikbetrieb

Praxis-Check für Käufer: Gangwerte, Serviceintervalle, typische Schwachstellen und Wartungskosten

Beim Bulgari Octo Finissimo mit dem Handaufzugswerk BVL 138 stehen alltagstaugliche Gangwerte im Fokus: Bei korrektem Vollaufzug sind im Alltag meist stabile Abweichungen erreichbar, doch die ultraflache Architektur reagiert spürbar auf Trageprofil, Lagewechsel und geringe Restspannung der Feder. Vor dem Kauf empfiehlt sich ein kurzer Praxischeck über 24–48 Stunden (nachts konsequent in derselben Lage ablegen), dazu ein Blick auf die Amplitude bei Vollaufzug sowie nach 12–18 Stunden Laufzeit; deutlich fallende Amplitude oder stark streuende Werte deuten eher auf überfällige Revision, verschmutzte Hemmung oder zu zähe Schmierung hin. Serviceintervalle liegen typischerweise bei etwa 5–7 Jahren, bei häufigem Tragen, Wärme/Schweiß oder Staubeintrag eher kürzer; ein Protokoll der letzten Revision und ein Dichtigkeits-/Drucktest sind bei der Octo Finissimo besonders relevant, weil das flache Gehäuse wenig Toleranz für falsch sitzende Dichtungen lässt.

Typische Schwachstellen & Kostenpunkte

  • Aufzug/Zeigerstellung: Krone, Welle und Kupplungstrieb können bei unsauberer Bedienung oder Schmutzeintrag schneller verschleißen; prüfen: sauberes Einrasten, kein „Leerweg“, kein Kratzen.
  • Ultraflaches Werk: Empfindlich gegenüber Stößen; Indizien sind springende Sekunden, sporadisches Stehenbleiben, deutlicher Gangdrift nach Erschütterung.
  • Gehäuse/Finish: Kanten und Satinierungen sind schwer nachzuarbeiten; unsachgemäßes Polieren rundet Facetten ab und drückt den Wiederverkaufswert.
  • Dichtheit: Nach Service falsche Dichtungsdimension oder ungleichmäßige Verschraubung kann zu Feuchteproblemen führen; prüfen: Kondensat, Verfärbungen, Drucktest-Beleg.

Für die Wartung sollte man realistisch kalkulieren: Eine reguläre Revision (Zerlegen, Reinigen, Ölen, Regulieren) liegt je nach Land/Partnernetz meist im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich; hinzu kommen häufig Dichtungen, Krone/Tube, Federhaus oder Aufzugsteile. Ein Stoßschaden mit Teiletausch kann den Betrag deutlich erhöhen, vor allem wenn Brücken, Zeigerstellmechanik oder die Hemmung betroffen sind. Sinnvoll sind daher: Kauf nur mit nachvollziehbarer Servicehistorie, Messwerte/Belege, sowie ein Budgetpuffer für eine zeitnahe Revision, falls der letzte Eingriff länger zurückliegt.

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